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von Sofie Coppola
Der neue Film von Sofie Coppola, nach ihrem Debüt "The Virgin Suicides", bereits erfolgreich in den US-Kinos und auf dem Festival von Venedig gelaufen, überrascht mit einem "odd-couple" der besonderen Art.
Während der von Bill Murray gespielte "Bob" für einen Whiskey-Werbespot angereist ist, begleitet Charlotte (Scarlett Johansson) ihren fotografierenden Ehemann nach Tokio. Die zwei Hauptfiguren eint von Beginn an der unfreiwillige Aufenthalt im ausladenden "Park Hyatt"-Hotel und darüber hinaus ihre Probleme in den Schlaf zu finden. So kommen sie auch folgerichtig an der Hotelbar miteinander ins Gespräch. Schnell wird deutlich, dass sie beide, trotz ihres erheblichen Altersunterschieds, in ähnlich unbefriedigenden Beziehungen leben und darüber hinaus auch beruflich in einer Sackgasse stecken.
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Die Sequenzen im Hotel gehören nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Fotografie (Kamera: Lance Acord) zu den schönsten im Film, da sie einen kontemplativen Gegenpol zu dem Zeichen- und Lichtermeer auf Tokios Straßen bilden.
Ein gemeinsamer Abend mit japanischen Bekannten von Charlotte führt die Beiden und den Zuschauer dann in das Nachtleben, mit dem unvermeidlichen Karaoke-Auftritt als Partyhöhepunkt. Bobs Interpretation von "More than this" lohnt eigentlich allein schon den Kauf der Kinokarte und gehört zu den schönsten Liebeserklärungen des Kinojahres. Leider fällt die zweite Hälfte des Films dann ab. Die Anfangs noch recht amüsante (einfältige) Zeichnung der Japaner, oder auch Bobīs nur telefonisch mit ihm verbundene Ehefrau, bekommen im weiteren Verlauf keine neuen Facetten und der Film gerät in diesen Momenten doch nah ans "Klamottige". So wirkt Bill Murray zu sehr auf seine komödiantische Seite reduziert und man merkt dem Film auch in der Inszenierung an, dass der eigentliche Fokus auf die Figur der Charlotte angelegt wurde, deren Zeichnung aber, trotz der wundervollen Scarlett Johansson, seltsam eindimensional bleibt.
"Lost in Translation" ist ein Märchen, das sich seiner Zeichenhaftigkeit bewusst ist und so, wie auch das verhinderte Paar, am gleichzeitigen Anspruch auf Authentizität scheitert. Die Befürchtung zum Klischee zu werden, führt letztendlich zum Stillstand So bleibt am Ende ein sehenswerter Film, der leider nicht ganz das Potential der beiden großartigen Schauspieler auszuschöpfen vermag.
von Sebastian Dreier
Deutschland-Start: 08. Januar 2004
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