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von Wim Wenders
Die Weiten des Weltalls schwingen von der Stimme Blind Willie Johnsons. Langsam zieht der blaue Planet an unseren Augen vorbei, und wir fragen uns, was dieser Einstieg wohl mit dem Blues zu tun hat. Doch dann beginnen wir zu verstehen: Seit 26 Jahren trägt die "Voyager" das Erbe der Menschheit durchs All, und dazu gehören, natürlich auch die Stimmen der Gründerväter des Blues. Konsequent verewigen sich Skip James, J.B. Lenoir und Willie Johnson in den letzten Einstellungen dann auch endgültig am schwarzen Firmament.
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Blind Willie Johnson (Chris King) an der Gitarre.
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In einer Mischung aus fiktiven Film-im-Film-Szenen und seltenem Archivmaterial verbindet Wenders Dokumentarfilm die Vergangenheit und Gegenwart des Blues. Knisternde Aufnahmen aus den 30er Jahren treffen auf Neuinterpretationen von Cassandra Wilson, Lucinda Williams und T-Bone-Burnett. Mit ruhiger Stimme führt uns Laurence Fishburne durch die Geschichte des Blues: Über die Geburt in den Baumwollfeldern Mississippis bis hin zur Karriere auf internationalen Konzertbühnen. Klar wird, dass aus den afroamerikanischen Wurzeln eine junge weiße Generation nachgewachsen ist. Etablierte Musiker wie Lou Reed und Nick Cave haben das Erbe angetreten und können entgegen ihrer Vorbilder die Vorteile des Erfolges genießen.
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Auch wenn der Film durchdrungen ist von der Liebe zum Blues, so atmet "The Soul of a Man" weniger wirkliches Leben als noch "Buena Vista Social Club". Zurückzuführen ist dies nicht zuletzt auf die Tatsache, dass die Protagonisten authentisch und fassbar waren. Die stereotype Erzählstruktur von musikalischem Original und Neuinterpretation nimmt den Blues-Bildern mit der Zeit zudem die dramaturgische Spannung.
Einzuordnen ist "The Soul of a Man" in eine vielversprechende Reihe: Sieben namhafte Regisseure, darunter Clint Eastwood und Richard Pearce, haben unter der Produktion von Martin Scorsese ihre ganz persönliche Liebeserklärung an den Blues ins Bild gebracht. Ein vielversprechendes Projekt und ein Muss für alle Musik-Kenner.
von Nicole Traut
Deutschland-Start: 06. Mai 2004
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