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von Edward Zwick
Nach der Ansicht des Trailers waren die Befürchtungen groß, ein weiteres einfältiges Heldenepos ā la newest Hollywood serviert zu bekommen, in dem Tom Cruise, der verkörperte amerikanische Messias, den Japanern zeigt, wie der Hase zu laufen hat. Doch weit gefehlt: diese 100 Millionen Dollar Produktion wagt viel und könnte möglicherweise ein Indiz für einen neuen Trend in Hollywood sein. Die Multi-Millionen Dollar-Schauspieler der 80er und 90er Jahre nutzen ihren Marktwert und ihr eigenes Konto (Tom Cruise produzierte diesen Film mit), um "persönlichere" Filme zu realisieren. Als nächstes wird Mel Gibson mit seinem Jesus-Film folgen.
In "Last Samurai" ist Tom Cruise der desillusionierte und von Albträumen und Selbsthass geplagte Bürgerkriegsveteran Nathan Algren, der die Massakrierung der Indianer angeführt hat. Er wird auf Geheiß des japanischen Kaisers beauftragt, dem Tenno eine Armee nach amerikanischem Standart aufzubauen. Diese soll Schutz vor abtrünnigen Rebellen geben und nebenbei den reibungslosen Bau der Eisenbahn sichern.
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In der ersten Schlacht gegen die "Samurai" wird Algren´s Armee vernichtend geschlagen und er selbst schwer verletzt gefangen genommen und anschließend in das Hochland verschleppt. Dort lernt er den Samurai-Führer Katsumoto (großartig gespielt von Ken Watanabe) kennen und wird schlussendlich gegen die ihm einst anvertraute Armee kämpfen.
Der Film erscheint wie eine Zusammenführung von Peter Weir´s "Witness" und Sam Packinpah´s "Wild Bunch", allerdings ohne dessen finalen Fatalismus. Wie diese beiden Filme reflektiert "Last Samuari" das Ende einer Epoche und den drohenden Verlust ihrer Werte. Dabei wird auf übergroßes Pathos fast ganz verzichtet und der Film nimmt sich genügend Zeit, um die komplexen Figuren angemessen zu zeichnen. Kamera und Schnitt, besonders in den Kampfsequenzen, sind Oscar-verdächtig. Als Ganzes überrascht dabei am meisten die Kompromisslosigkeit: Zum Beispiel sind viele Sequenzen komplett in japanischer Sprache, mit der dieses "Produkt" entgegen herkömmlicher Marktanalysen sein Publikum zu finden sucht. Es wird sich zeigen, ob Tom Cruise allein ausreicht, um die breite Masse in die Kinos zu locken. Zu wünschen wäre es auf jeden Fall.
von Sebastian Dreier
Deutschland-Start: 08. Janurar 2004
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