Phantastereien & Philosophisches

Für selbst gebastelte Dekorationen Glas schneiden

Mit Glas kann man herrliche Dekorationen basteln. Die größte Schwierigkeit daran ist es, das Glas zu schneiden. Wenn man nicht aufpasst, kann man sich an den Scherben auch verletzen.

Die Kunst, Glasscherben zu herrlichen Dekorationen zu verarbeiten, gibt es, seit den Menschen Glasscheiben zerbrechen. Aus der Not der zerbrochenen Scheiben wurde eine Tugend gemacht. Zuerst versuchte man bloß, die Scheiben zu reparieren, bis jemand erkannte, dass mit den Scherben verschiedener Farben wunderschöne Muster und Bilder entstehen können. Um die Bilder so gestalten zu können, wie man sie sich vor dem inneren Auge vorstellt, muss man das Glas sehr präzise schneiden können. Dies ist allerdings nicht einfach.

Glas ist ein sehr sprödes Material, das sich nicht wirklich schneiden lässt. Um die Scherben in der richtigen Form zu erhalten, kann man mit einem Glasschneider die Oberfläche einritzen. Entlang dieser Risse bricht das Glas schneller, als an anderen Stellen. Mit einem gezielten Druck kann man nun die Scherbe so herausbrechen, wie man sie für sein Bild braucht. Man darf aber nicht zu hohe Ansprüche an die erreichbaren Formen stellen. Ist der Riss in einer zu engen Kurve gezogen, wird die Bruchstelle sich nicht vollständig daran entlang ziehen. Für solche Formen bricht man besser mehrere Male, um sich langsam der gewünschten Form anzunähern.

Zusammengefügt werden die Scherben dann mit Blei. Es gibt in vielen Bastelläden bereits vorgeformte Bleischnüre, in die man die Scherben einfügen kann. So hält das Konstrukt zusammen, bis man es schafft, mit Hitze das Blei so zu verflüssigen, dass es nach dem Erkalten das Glas halten kann. Die Form der Scherben sollte auch innerhalb einer Farbfläche gut gewählt werden, denn die Bleinähte bleiben als schwarze Linie sehr gut sichtbar. Das fertige Bild erinnert in seiner Maltechnik an eine Comiczeichnung, die ebenfalls mit kräftigen schwarzen Linien arbeitet. Da man die Glasscherben brechen muss, um sie in Form zu bringen, kann auch nicht jede beliebige Größe erreicht werden. Ab einer gewissen Scheibengröße kann man die Scherbe nicht mehr brechen, da der Druck sich zu stark dreidimensional verteilen kann. Länge und Breite der Scheibe müssen sich wesentlich von der Dicke unterscheiden, damit ein Bruch physikalisch möglich ist.

30.07.2010