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von Jim Jarmusch
Wer hätte Mitte der Achtziger Jahre schon gedacht, dass im Land der Marlboro-Männer und Bacalls, zweitere sind wohl leider in der Unterzahl, ein rauchender Glimm-Stengel zu solch einem Politikum werden würde und die Sucht sich nur noch in den eigenen vier Wänden oder auf den Bordsteinen zu befriedigen sein wird. Rauchende Coolness sah auf jeden Fall schon mal glamouröser aus.
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Ziemlich sicher kann man sein, dass Jim Jarmusch nicht zu den Aposteln der Gesundheit konvertiert ist und auch seinen Kaffee nicht bevorzugt "to go" trinkt. So scheint der Zeitpunkt gut gewählt, um die paar über die Jahre hinweg gedrehten Fingerübungen um einige Episoden zu erweitern und daraus einen kinotauglichen Langfilm zu kompilieren. Ganz nebenbei funktioniert der Film auch als kleine Neu-Entdeckungsreise durch den Zeitkolorit und die Gesichter seiner bisherigen Langfilme. Neben dem Wiedersehen mit Roberto Benigni, Steve Buscemi oder Tom Waits erfreuen besonders Cate Blanchett in einer Doppelrolle und der vergleichsweise gesund trinkende Teil des Wu-Tang-Clans.
Wie schon "Night on Earth" hat "Coffee and Cigarettes" allerdings nicht nur Hits zu bieten (Jack und Meg White-Stripes sind im Musik-Business offenbar besser aufgehoben), was aber das Vergnügen insgesamt nicht weniger kurzweilig macht. Der rote Faden hängt dabei weniger am Teebeutel, als vielmehr an der plauschbegünstigenden Atmosphäre beim Existentialistenfrühstück. Darüber hinaus kann der Raucher oder der Abstinenzler bei jeder angezündeten Zigarette im Kino auch noch ganz vorzüglich den Pavlov in sich entdecken. Den Kaffee dazu gibt es noch an der Kinokasse, wer weiß schon wie das in fünfzehn Jahren aussieht. Ein Blick auf Jim Jarmuschs Genese der Kaffeetassen lässt auf jeden Fall vermuten, dass für ihn der RockīnīRoll schon mal weniger bruchsicher war.
von Sebastian Dreier
Deutschland-Start: 19. August 2004
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