Phantastereien & Philosophisches

Moderne Bob Frisuren überzeugen durch Flexibilität

Früher war der so genannte "Pagenkopf" das Symbol für die moderne und selbstbewusste Frau schlechthin. Daran hat sich wenig geändert. Bloß heißt der Schnitt heute Bob Frisur und ist wesentlich variantenreicher.

Streng genommen geht unser Bob-Schnitt auf die Haartracht der alten Ägypter zurück, denn deren ­gerade abgeschnittener Pony und das ebenso gekürzte Seitenhaar erinnert an die ersten Kurzhaarfrisuren zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als in den 20er Jahren der unkomplizierte Bob eine neue Epoche hinsichtlich moderner Damenfrisuren einläutete, ahnte noch niemand, dass knapp hundert Jahre später der Haarschnitt immer noch aktuell sein würde. Damals hieß der Schnitt noch „Bubikopf“ oder „Pagenschnitt“ weil solch kurzes Haar bis dahin nur von Jungen getragen wurde. Insbesondere Filmschauspielerinnen machten die Frisur, die bald als Synonym für die moderne, berufstätige Frau angesehen wurde, in aller Welt bekannt. Der damalige Grundschnitt ähnelt dem heutigen Stil des ­A-Line Bob, wobei die seitlichen Längen stufenlos auf Kinnhöhe geschnitten werden und zum Nackenbereich hin kürzer werden. Auch ­der Pony ist gerade geschnitten, wodurch der Gesamteindruck des Buchstaben „A“ entsteht. In den 30er Jahren kam die zu dem Zeitpunkt jüngst erfundene Dauerwelle in Mode, sodass die Damen ihre Kurzhaarfrisur alternativ auch gelockt tragen konnten.

20 Jahre später hatte sich der Bob etabliert und in den Folgezeiten entstanden immer weitere Varianten des Grundschnittes. Heute prägen vor allem die in allen Medien präsenten, prominenten Frauen den modernen Look. Sängerinnen und Schauspielerinnen setzen mit ihren Frisuren Trends und da der Bob-Schnitt vielseitig zu tragen und dazu pflegeleicht ist, wird man ihn in der Zukunft in immer weiter abgeänderten Formen sehen. Der Bob zeigt sich gegenwärtig in etwa sieben bis acht Abwandlungen. Der Stufenbob ist die flexibelste Form, da sie unterschiedliche Frisuren ermöglicht. Dadurch, dass das gesamte Haar um den Kopf herum konsequent durchgestuft ist, kann dieser Schnitt gescheitelt oder mit Pony getragen werden. Der Stufenbob hat den Vorteil, dass auch ansonsten dünneres Haar voluminöser wirkt. Dieser Bob wird sowohl kurz als auch schulterlang geschnitten, wobei ­letztere Variante auch festliche Hochsteckfrisuren ­ermöglicht.

Der ­Short Bob ist dadurch charakterisiert, dass der gerade Pony auf Augenhöhe bis zu den Schläfen reicht und der Nackenbereich deutlich länger ist. Der Pilz Bob zeichnet sich durch einen symmetrischen Schnitt aus, der am Hinterkopf viel Volumen zeigt. Pony und Seitenpartien haben die gleiche Länge, was dieser Frisur den typischen Look der 60er Jahre verleiht. Im Verlauf der letzten Jahre erfuhr der gerade und ungestufte Basisschnitt des Bob zunehmend mehr an Flexibilität. Ausgefranste Seiten und unregelmäßige Formen sind typisch für den Mod Bob und für den asymmetrischen Bob. Bei diesem Schnitt reicht das Haar auf einer Kopfseite bis unter und auf der anderen Seite über das Kinn, sodass beide Längen deutlich unterschiedlich sind. Die asymmetrische Frisur wird sowohl gescheitelt als auch mit ausgefranstem Pony geschnitten und variiert in ihre Länge. Dem Long Bob ist nur durch seine Stufen anzusehen, dass er mit den ersten Versionen des Pagenkopfes verwandt ist, denn sonst unterscheidet ihn nichts von einer volumenreichen Langhaarfrisur. Dennoch ist er pflegeleichter als ein kurzer Bob, denn bis zum nächsten Gang zum Hairstylisten kann sich die Kundin etwas länger Zeit lassen. Je asymmetrischer die Frisur ist, desto eher muss der Schnitt erneuert werden, da er sonst schnell ungepflegt aussieht.

07.09.2010